„Bitte legen Sie nachweislich vor" klingt höflich, ist aber eine Aufforderung: Sie müssen ein konkretes Papier mitbringen. „Mitwirkungspflicht" bedeutet, dass die Behörde Sanktionen verhängen darf, wenn Sie Unterlagen nicht rechtzeitig liefern. Diese Wörter im Vorfeld zu kennen, erspart viele Missverständnisse.
Deutsche Behördensprache ist sehr direkt und erwartet kurze, präzise Antworten. Wer ausführlich erklärt, warum etwas so ist, bevor die eigentliche Antwort kommt, wird oft unterbrochen. Üben Sie, zuerst die Antwort zu geben („Ja, ich bin verheiratet.") und erst danach den Kontext, wenn die Sachbearbeiter*in danach fragt.
Behördendeutsch ist nicht unhöflich, aber auch nicht überschwänglich. Ein zu blumiges „Sehr geehrte verehrte Frau Doktor Schmidt" wirkt fast ironisch, ein zu knappes „Hallo" wiederum zu informell. Ein einfaches „Guten Tag, mein Name ist …" ist meistens genau richtig.
In unseren Coaching-Stunden simulieren wir den Termin: Sie spielen sich selbst, eine Lehrkraft spielt die Sachbearbeiter*in. Wir üben die typischen Fragen, korrigieren die Antworten und geben Tipps für Tonfall, Körpersprache und Reihenfolge. Drei bis fünf Stunden reichen meistens, um deutlich sicherer aufzutreten.
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